Fühjahrsexkursion in das württembergische Unterland

am 14. April 2018

„Seliges Land, kein Hügel in dir wächst ohne den Weinstock, nieder ins schwellende Gras regnet im Herbste das Obst“ dichtete Friedrich Hölderlin über seine Heimat. Nicht nur ihn zog es immer wieder in die schöne Landschaft, sondern auch Eduard Mörike oder Justinus Kerner. Die Teilnehmer der Frühjahrsexkursion zog es in diesem Jahr zu den Weinstöcken und sie erlebten einen wunderschönen, erlebnisreichen und informativen durch unsere Ordensrätin Elke Hengstler-Friedrich vorbereiteten Tag.

Der Tag begann mit dem Besuch des renommierten VDP-Weingutes des Grafen Neipperg in Schwaigern. Die Weinbruderschaft hat vor vielen Jahren das Weingut besucht und wurde höchst informativ und humorvoll vom Vater des jetzigen Erbgrafen durch die Weinprobe geführt. Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg, der jetzige Chef des Hauses, ließ es sich deshalb nicht nehmen, die Teilnehmer höchstpersönlich zu empfangen und die sehr umfangreiche Weinprobe selbst zu leiten. Er stellte uns höchst fachmännisch, historisch versiert und humorvoll mit einem Augenzwinkern die Gewächse seines Weingutes vor. Die Teilnehmer konnten sich davon überzeugen, weshalb das Weingut seit Jahren zu den besten Weingütern in Württemberg gehört. Höhepunkte waren die Großen Gewächse. Ein 2015er Riesling und ein 2013er Spätburgunder vom Neipperger Schlossberg überzeugten ebenso, wie das Große Gewächs des 2013er Lemberger aus der Lage Schwaigener Ruthe. Es bestand unter den Teilnehmern Einigkeit, dass dieser Lemberger zum Besten gehört, was die Großen Lagen Württembergs aufzuweisen haben. Der vom Weingut besonders gepflegte Muskateller überzeugt in trockener wie auch in feinherber Version. Den Abschluss bildete ein Bordeaux Chateau D’Aiguilhe aus dem hauseigenen Weingut in Frankreich. Der Schlussapplaus der Teilnehmer sprach für sich und wurde durch das Präsent eines typischen Bodensee Müller-Thurgau an den Erbgrafen noch unterstrichen. Mit diesen Eindrücken begaben sich die Teilnehmer in das nahegelegene „Alte Rentamt“, einem gemütlichen Restaurant das zum Weingut gehört, und genossen ein typisch schwäbisches Mittagessen begleitet von einem Riesling und einem Lemberger des Weingutes.

Am Nachmittag begaben wir uns nach Talheim zur Staatsdomäne Hohnrainhof. Diese Liegenschaft ist der Landesjustizverwaltung unterstellt und wird von Gefangenen im offenen Vollzug betrieben. Die Staatsdomäne betreibt nicht nur Landwirtschaft, sondern auch Weinbau. Nach einer kleinen Weinprobe in der barocken Kapelle unternahmen die Teilnehmer noch einen Spaziergang über die Anlage und verbanden dies mit einem Besuch der Weiden und der Stallungen. Die Tiere strahlten eine Ruhe und Zufriedenheit aus, die schließen lassen, dass sie sich gut betreut und wohl fühlen. Einige der Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen, zur Fütterung der Rinder beizutragen.

Ein sehr gelungener Tag mit neuen Erkenntnissen und Akzenten. Elke Hengstler-Friedrich hat mit dieser Fahrt uns nicht nur einen weit gespannten Bogen feinster Gewächse offeriert, sondern auch die Landschaft nähergebracht. Ordensmeister Peter Eitze dankte und belohnte sie im Namen des Kapitelrates und der Teilnehmer mit einem 2013er Lemberger Großes Gewächs aus der Lage „Schwaigener Ruthe“. Langanhaltender Beifall war der Lohn für eine rundum gelungene Fahrt.

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