Herbstexkursion ins Markgräflerland

Wie weit ist es nach Jerusalem? Siebenhundertstunden, aber auf dem Fußweg über Mauchen ist es eine Viertelstunde näher… Johann Peter Hebel, der Pionier alemannischer Mundartliteratur, wusste offensichtlich schon damals den Mauchener Wein zu schätzen. Grund genug für unsere Weinbruderschaft die önologischen Erzeugnisse des Markgräflerlandes genauer unter die Lupe zu nehmen, respektive zu verinnerlichen. Die Herbstexkursion führte uns deshalb am 23.09.2017 nach Mauchen und nach Laufen. Mit einem Bus unseres bewährten Unternehmens Funk aus Tettnang und mit dem aufmerksamen und höchst zuverlässigen Fahrer Bernd Canci war die Fahrt an diesem strahlenden Tag gesichert.

Mit einer stattlichen Teilnehmerzahl besuchten wir zunächst das VDP-Weingut der Familie Lämmlin-Schindler im malerischen Weindorf Mauchen bei Schliengen. Seit dem 12. Jahrhundert ist das Weingut im Besitz der Familie. Heidi Schwarz-Schindler empfing uns zunächst mit einem erfrischenden Sekt Brut aus Spätburgunder, Chardonnay und Weißburgunder und stellte dann die biodynamisch ausgebauten Weine vom edlen Gutedel aus alten Reben, über einen beeindruckenden Weißburgunder, den hochinteressanten pilzresistenten Cabernet blanc, eine gelungene Gewürztraminer Spätlese bis hin zu den Großen Gewächsen aus der Lage Frauenberg, einem beeindruckenden Chardonnay und nicht minder beeindruckenden Spätburgunder barrique höchst fach- und sachkundig vor. Ihr launiger Vortrag wurde mit mehrfachem Zwischenapplaus der sehr aufmerksamen Teilnehmer belohnt. Gerd Schindler, stark eingespannt im Weinberg, ließ es sich nicht nehmen, zum Ende der sehr gelungenen Weinprobe noch einige Dankesworte an die Teilnehmer zu richten.

Bestens gelaunt wurde das sehr ansprechende Mittagsmenu im nebenan gelegenen Gutsausschank „Zur Krone“ eingenommen. Frau Reckmann und ihr Team zeichneten sich durch aufmerksamen und freundlichen Service aus. Gestärkt und mit guter Grundlage fuhren wir weiter in das ebenso malerische Dörfchen Laufen bei Sulzburg. Im VDP-Weingut H. Schlumberger, das seine Weinberge ökologisch bewirtschaftet, erwartete uns Ulrich Bernhart im schönen Proberaum des malerischen Innenhofes und stellte seine Weine vor, die seit Jahren zur Spitze des Markgräflerlandes gehören. Er überraschte uns mit einem Pinot Brut aus Spätburgundertrauben und einer sehr feinen Perlage. Wir verkosteten seinen filigranen Gutedel Kabinett, seine sehr gelungenen Weißburgunder aus den Lagen Altenberg und Wingerte, seinen feinen Spätburgunder Rosé Kabinett und genossen auch seine mächtigen Großen Gewächse aus Grauburgunder und Spätburgunder, gewachsen in der Südlage Wingerte. Eine rundum gelungene Weinprobe. Ulrich Bernhart blieb keine Frage schuldig und gewährte aufrichtige Einblicke in die Ökonomie eines Weingutes. Wir beschlossen den Tag im nahegelegenen Badenweiler. Die einen genossen den herrlichem Blick von der Burgruine auf die Rheinebene und die Vogesen, die anderen erkundeten die Badekultur in der gut erhaltenen römischen Ruine. Die im Zentrum gelegene Eisdiele wurde von allen aufgesucht und so endete der ereignisreiche, beeindruckende Tag.

Edelgard und Willigert Raatschen, Trudi und Peter Eitze gilt unser herzlicher Dank für eine rundum gelungene Exkursion. Die mitgenommenen flüssigen und den Gepäckraum des Busses füllenden Schätze sprachen für sich.

Sultan und Hans-Peter Stier

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