Kapitelreise nach Rheinhessen und in den Rheingau

(25.–28. Mai 2017)

Nach unserer 2016er Kapitelreise ins Veneto ging es traditionsgemäß in diesem Jahr wieder in ein deutsches Weinanbaugebiet. Bereits ein Jahr zuvor hatten unser Ordensmeister Peter Eitze mit  seiner Frau Trudi sowie unser Schatzmeister Hanspeter Stier mit seiner Frau Sultan alles im Detail geplant und vorbereitet, und so ging es am Donnerstag den 25. Mai vor Christi Himmelfahrt bereits um 06:30 mit 34 Teilnehmern im geräumigen Bus bei herrlichstem Wetter gen Norden.

Das obligatorische Müller-Thurgau-Frühstück, wie immer perfekt von Renate und Resi mit deftigen  Beilagen ergänzt, nahmen wir an der Raststätte in Bruchsal zu uns, um bereits eine Stunde später beim Sekthaus Raumland in Flörsheim-Dalsheim von Heide-Rose und Volker Raumland persönlich in die Philosophie des Sekt- und Seccomachens eingeführt zu werden – Handlesung, Ganztraubenpressung, lange kühle Gärung, bei Burgundern biologischer Säureabbau und und und … Die ausgiebige Probe auch älterer Jahrgänge zeigte, dass sich Raumland-Sekt selbstbewusst mit den Sekten der Champagne messen lassen können. Die Auswahl an hochfeinen Käsen am Ende der Probe vollendete den önologisch-kulinarischen Genuss.

Weiter ging es an diesem schönen Tag ins VDP-Weingut Gunderloch nach Nackenheim. Johannes Hasselbach, der junge, weitgereiste neue Chef des Hauses, ließ uns seine berühmten großen Rieslinge aus den Lagen Hipping, Pettenthal und Rothenberg verkosten.

Am Spätnachmittag bezogen wir im 4-Sternehotel Atrium in Mainz-Finthen Quartier - sehr geräumige Zimmer, aufmerksamer und freundlicher Service und eine anmutige Wellnesslandschaft.

Die begleitende Weinprobe zum Abendessen im Hotel Atrium wurde von Christoph Thörle, Weingut Thörle in Saulheim, Rheinhessen vorgestellt. Mit viel Handarbeit, Verzicht auf Kunstdünger, rigorose Ertragsreduzierung, Handlese, Spontangärung und dem Einsatz älterer und neuer Holzfässer haben die Brüder Thörle, die Shootingstars der rheinhessischen Weinszene, die Besonderheiten der kalkhaltigen Lagen Probstey, Hölle und Schlossberg herausgearbeitet und exzellente Rieslinge und Burgunder kreiert, welche zu den Spitzenweinen der Region zählen.

Winzerspruch des Tages: „Hinter jedem erfolgreichen Winzer steht eine völlig erschöpfte Ehefrau!“ (Carolin Spanier-Gillot)

Am Freitag ging es gleich mit einem Höhepunkt der Weinreise weiter. Gunter Künstler vom VDP-Weingut Künstler begrüßte die Erste Badische Weinbruderschaft persönlich in seinem Weingut in Hochheim. Im stilvoll eingerichteten Proberaum beeindruckte uns ein bescheiden wirkender, sehr sympathischer, die Geschichte des Weinbaus im Rheingau exzellent kennender Gunter Künstler mit seiner Faszination zum Wein und von der qualitätsgeprägten Philosophie seines Weingutes. Bei 4 Gault-Millau Trauben, 4 Eichelmann-Sternen und zahlreichen Auszeichnungen „das“ Weingut im Rheingau. 13 Spitzenweine einschl. älterer Jahrgänge durften wir verkosten. Beim 2015er Weiß Erd Riesling GG konnte man schon jetzt schmecken, dass sein wirkliches Potential erst in 10 Jahren voll zur Geltung kommen wird.

Weiter ging es zum Weingut Chat-Sauvage in Geisenheim, wo uns Verena Schöttle, die Betriebsleiterin der ‚Wilden Katze‘ erläuterte, warum gerade ihre Lagen im Rheingau für Chardonnay und Pinot Noir besonders geeignet sind. Taunus-Quarzit, Schiefer, Löß & Lehm prägen das Terroir, u.a. der Ausbau in kleinen Eichenholzfässern die Eleganz und Finesse der Weine.

Ein Abstecher zum nahegelegenen Schloss Johannisberg, diesmal ohne Weinprobe dafür aber mit Kaffee und Kuchen bei herrlichstem Sonnenschein auf der Schlossterrasse mit einem grandiosen Blick auf die Rebhänge von Rüdesheim und den Rhein war eine gelungene Abrundung unseres 2. Weintages.

Aber noch nicht ganz – denn zum Abendessen ging es vom Hotel aus in das 10 km entfernte restaurierte Kloster Engelthal der Familie Wasem mit Weinen aus eigenem Anbau.

Winzerspruch des Tages: „Der Duft der Reben ist das Grüß Gott des Weines!“ (Holger Wasem)

Nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel begann der Samstag mit einer Weinprobe in die VDP-Weingüter Kühling-Gillot und Battenfeld Spanier in Bodenheim. Sie gehören zu den 20 VDP-Weingütern in Rheinhessen. Carolin Spanier-Gillot stellte uns mit viel Charme die Silvaner und Rieslinge beider Weingüter in einer vergleichenden Weinprobe vor - Kalkbodenterrassen im Wonnegau gegen Rotschiefer aus dem Steilhang des Zellertales, laut Gault-Millau 2017 das Aufsteigerweingut von 4 auf 4,5/5 Trauben und damit zu den TOP 25 Winzern Deutschlands gehörig. Mit einem Imbiss im neuen Probe/Veranstaltungsraum mit Freisitz im botanischen Park des Vaters genießen wir ein Ambiente der Extraklasse.

Wir fahren weiter zum VDP-Weingut Spreitzer nach Oestrich (4,5 Eichelmann-Sterne), wo uns Bernd Spreitzer, der neuen jungen Winzergeneration zugehörig, seine Spitzenweine verkosten ließ, z.B. den 2015er Oestrich Rosengarten Riesling GG oder das 2015er Oestricher Lenchen Spätlese 303.

Ein Stadtbummel durch die Altstadt von Mainz ließ den Nachmittag erlebnisreich ausklingen. Mit etwas Ruhe und Wellness im Hotel bereiten wir uns auf unseren traditionellen Galaabend vor. Sechs kulinarische Gänge begleitet von passenden, auserlesenen Weinen des Weingutes Bischel aus Appenheim in Rheinhessen. Neben Riesling und Silvaner probierten wir Sauvignon-Blanc, Scheurebe, Früh- und Spätburgunder sowie am Schluss eine 2015er Huxelrebe Beerenauslese. Ein gelungener Abend, der noch mit Operettenklängen unseres Weinbruders Winfried Klöck, mit Chansons von Edith Piaf unserer Weinschwester Gerda Held, jeweils begleitet von Trudi Eitze am Flügel, einen krönenden Abschluss fand.

Winzerspruch des Tages: „Man soll vom Wein nie zu viel trinken, aber immer genug!“ (Gunter Künstler)

Der Sonntag begann mit der Besichtigung und Weinprobe des Öko-Weingutes Georg Breuer in Rüdesheim im Rheingau. Seine Tochter Theresa, Winzerin des Jahres 2016, stellte uns ihre Spritzengewächse aus den berühmten Lagen in Rüdesheim und Rauenthal vor.

Ein traditionelles Mittagessen im Restaurant Schloss Rüdesheim machte uns fit für die Fahrt mit der Gondelbahn von Rüdesheim über die Weinberge zum Niederwalddenkmal, wo wir mit Wehmut vom geliebten Rheingau und auch von der Weinbauregion Rheinhessen Abschied nahmen und die Heimreise antraten.

Ein großes Erlebnis und damit ein großes Lob an das Organisationsteam, welches wiederum eine Kapitelreise vom Feinsten auf höchstem Niveau mit schönen Genüssen in stilvollen Ambiente und in einer angenehmen, freundschaftlichen Atmosphäre für die Mitglieder und Gäste der Ersten badischen Weinbruderschaft zu Meersburg vorbereitet hat.

Spruch des Tages: „Ein guter Wein in Maßen getrunken kann auch in Mengen nicht schaden.“ (Dr. Volker Brömel)

Dr. Willigert Raatschen, Ordenskanzler

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