Vom Kaiserstuhl nach Down Under

18.779,59 km Luftlinie liegen zwischen dem beschaulichen Weinort Bischoffingen am Kaiserstuhl und Wairarapa in Neuseeland und dennoch verbindet beide Orte ein Name: Karl H. Johner.

Am 05.11.2016 führte uns die von Helmut Hengstler vorbereitete und durchgeführte Herbstexkursion in den Kaiserstuhl nach Bischoffingen. Es sollte eine Exkursion der besonderen Art werden. Unsere Weinbruderschaft wurde vom Seniorchef Karl Heinz Johner und seiner Frau Irene herzlich empfangen und Schwiegersohn Daniel Disch führte informativ und versiert durch die großzügige Weinprobe. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Burgunderfamilie, insbesondere den Pinot Noirs. Das Weingut wurde von Karl Heinz Johner erst vor 31 Jahren gegründet. Mit viel Fleiß und Beharrlichkeit kaufte er Parzelle um Parzelle aus den Lagen um Bischoffingen, auch aus der Top-Lage „Steinbuck“. Obwohl vom Beruf her kein Winzer, wagte er sich sofort an den in Deutschland damals noch relativ unbekannten und kritisch beäugten Ausbau in Barriquefässern. Er kam und siegte, denn seine Weine aus der Burgunderfamilie zählen zu den besten im Kaiserstuhl. Er setzt inzwischen ebenso konsequent auf den Drehverschluss, den er auch bei seinen Spitzenweinen verwendet. Die Erfolge des inzwischen 17 ha großen Weingutes ließen ihn nicht ruhen und so begann er 2001, ein weiteres Weingut im Wairarapa-Tal auf Neuseeland aufzubauen. Das inzwischen auf 15 ha angewachsene Weingut glänzt ebenso durch außergewöhnliche Pinot Noirs aber auch durch Sauvignon Blancs mit einer durch das dortige Terroir geprägten eigenen Charakteristik. Der Vergleich der Pinot Noirs vom Kaiserstuhl und aus Neuseeland war sehr aufschlussreich. Trotz ähnlicher klimatischer Verhältnisse unterscheiden sich die Gewächse sowohl in der Nase als auch auf der Zunge. Die hochinteressante und spannende Weinprobe löste viele Fragen aus, die Herr Johner und Herr Disch höchst kompetent und manchmal mit Augenzwinkern beantworteten. Die Zeit verging im Fluge. Es wartete ein schönes Menu in der „Krone“ in Achkarren, die wir auch früher schon besucht haben. Bestens gelaunt und gestärkt besichtigten wir noch die Kirche St. Michael in Niederrotweil mit ihrem berühmten Schnitzaltar. Unsere Reise wurde durch einen kurzen Besuch des Weingutes Franz Keller in Oberrotweil bereichert. Mit dem in den Weinberg eingefügten Neubau hat Franz Keller etwas ganz besonderes geschaffen und sein internationales Weinsortiment kann sich sehen lassen. Helmut Hengstler hat mir dieser Fahrt wiederum tolle Akzente gesetzt und uns einen weit gespannten Bogen feinster Gewächse offeriert.

Ordensmeister Peter Eitze dankte und belohnte ihn im Namen des Kapitelrates und der Teilnehmer mit einem 2012er Pinot Noir aus dem „Steinbuck“. Langanhaltender Beifall war der Lohn für eine rundum gelungene Fahrt.

 

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